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Konzeption PDF
Die Frühförderung und Frühberatung der Lebenshilfe in Hof feiert im Jahr 2007 ihr 30-jähriges Bestehen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Hilfen und Dienstleistungen, die die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Stadt und Landkreis Hof e.V. seit ihrer Gründung im Jahre 1963 initiiert und aufgebaut hat.

Von Anfang an war es das Anliegen der Lebenshilfe, behinderte Kinder und ihre Familien auf ihrem Weg ins Leben rechtzeitig zu unterstützen und die Kinder zu fördern mit dem Ziel, dass sie, wie andere Menschen auch, in ihrer näheren Umgebung in die Schule, später in die Arbeit gehen und wohnen können, wenn sie es wollen.

Diese Aufgabe kann am sinnvollsten und wirksamsten erfüllt werden, wenn alle Beteiligten zusammenwirken; zudem sollte die direkte Arbeit mit dem Kind tunlichst nur von der unumgänglich notwendigen Zahl von Personen geleistet werden, um das Kind nicht zu überfordern; für den Behandlungserfolg ist es darüber hinaus in vielen Fällen förderlich, wenn das Kind im Rahmen von Hausfrüherziehung in seiner gewohnten Umgebung gefördert wird. Frühförderung ist ein wichtiger Baustein des Gesundheits- und Sozialsystems in Bayern. Insbesondere der präventive Charakter dieser Maßnahme gibt der Frühförderung einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft, aber auch ihre integrative Zielsetzung, die darauf abzielt, Ausgrenzung zu vermeiden und den Weg in ein Leben so normal wie nur möglich zu ebnen. Wenn Frühförderung rechtzeitig in Anspruch genommen werden kann, weil ihr Zugang niederschwellig und nicht von der Überwindung unangemessener Hürden abhängig ist, ist dies sowohl im Interesse des behinderten und von Behinderung bedrohten Kindes und seiner Familie als auch im Interesse der Gesellschaft.

Die Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur in den letzten dreißig Jahren haben auch sozialen Wandel mit sich gebracht; sowohl gesetzliche Rahmenbedingungen als auch inhaltliche Veränderungen der leitenden Wissenschaften wie z.B. der Medizin, der Pädagogik, der Psychologie, machen es notwendig, immer wieder inne zu halten und die eigene Arbeit zu überdenken.

Das Leben ist Bewegung und geprägt durch Veränderung. Auch die Arbeit mit und für Menschen unterliegt diesem Wandlungsprozess und muss immer wieder neu überdacht und refl ektiert werden. Ethisch-moralische Grundsätze sind hierbei genauso wichtig wie die Orientierung an wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Denken und Arbeiten ist bei der Lebenshilfe Hof ausgerichtet am christlichen Leitbild. Der diakonische Gedanke gibt Werte, Richtung und Sinn in allen Zeiten, er beinhaltet ein Menschenbild, bei dem der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen, Ressourcen und Einschränkungen im Mittelpunkt steht. Diesem Anspruch fühlen wir uns auch angesichts von Reformen, Sparmaßnahmen, Wertediskussionen und Unwägbarkeiten in der postmodernen Gesellschaft verpfl ichtet; ihm gerecht zu werden, ihn angemessen zum Wohle der Kinder und ihrer Familien umzusetzen, darum muß immer wieder neu gerungen werden. Dies schließt ein, dass selbstverständlich die religiöse und kulturelle Orientierung aller Kinder und ihrer Familien, sei sie nun christlich oder nicht, geachtet und respektiert wird.